CDTC - Curacao Dolphin Therapy & Research Center auf Curacao

Mrz/ Apr 2025

Es war dieser eine Moment...

...klein, aber voller Bedeutung – in dem klar wurde: Es klappt. Die Finanzierung stand, dank erneuter Spenden. Tränen flossen. Die Last fiel ab. All die Wochen der Organisation, der Unsicherheiten, der schlaflosen Nächte – plötzlich war da nur noch tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber all den Menschen, die an Aris glauben, die geholfen, gespendet und Mut gemacht haben. Ohne sie wäre diese Reise niemals möglich gewesen.
 

Und dann ging alles ganz schnell. Aris bekam Post vom CDTC – Curaçao Dolphin Therapy & Research Center. Ein Buch mit dem Titel und Bildern: "Ich gehe zu den Delfinen". Jetzt ging es los: Koffer packen. Listen schreiben. Medikamente sortieren. Abschied nehmen. Noch einmal tief durchatmen ...

Die erste Etappe – am 29.03.25 mit dem Auto nach Amsterdam. Nach sieben Stunden kamen wir im Hotel an, wollten eigentlich nur schnell etwas essen gehen und – "rums" – auf dem Hotelparkplatz fuhr uns ein Taxi ins Auto. Und da war sie hin, die Ruhe und Gelassenheit.
 

Sonntagmorgen, der 30.03.25, alle waren vor dem Weckerklingeln wach. Eine kurze Fahrt zum Flughafen, denn dort war ein Parkplatz reserviert. Der Flug war lang. Zehn Stunden über Wolken und Zeitgrenzen hinweg. Wir wussten, dass die Zeitverschiebung (sechs Stunden) Aris und uns noch zu schaffen machen würde, besonders wegen seiner Medikamentengabe.

 

Das Team von KLM hat sich bestens um Aris und uns gekümmert. Wir durften Aris zeitweise auf den Boden legen und bauten ihm ein kleines Nest, in dem er immer wieder entspannen konnte. Nebenbei kümmerten wir uns noch um unsere anderen zwei Kinder – und kämpften mit der eigenen Erschöpfung. Aber da war auch dieses Lächeln von Aris. Dieses kleine, ehrliche Lächeln, das uns sagte: Ich freue mich - ich bin bereit.
 

Die Ankunft auf Curaçao war wie das Öffnen einer neuen Welt. 

Die warme, salzige Luft. Das Licht, das so viel heller schien. Die Farben, die Düfte, das Meeresrauschen – alles wirkte intensiver und so viel lebendiger. Und mitten in all dem: Wir. Ein bisschen müde. Ein bisschen sehr überwältigt. Aber voller Vorfreude.

 

Das Curaçao Dolphin Therapy & Research Center lag ruhig eingebettet in eine türkisfarbene Bucht. Der erste Eindruck war überwältigend. Ein Ort voller Ruhe, Professionalität und Herzlichkeit. Wir spürten: Hier wird nicht nur gearbeitet – hier wird verstanden, gefühlt, begleitet. Zum einen war alles so fremd, zum anderen so vertraut – vielleicht ähnlich wie der Besuch eines geliebten Menschen, dessen Heimat man noch nie gesehen hatte.

Wir wurden herzlich von Mariska, Lea und der Leiterin Steffi empfangen. Man nahm sich Zeit für uns, für Aris, für Fragen, Sorgen, Erwartungen. 

 

Und je mehr wir erfuhren, je mehr wir sahen – desto stärker wurde dieses leise, aber klare Gefühl: Hier sind wir richtig.
 

Zwischen Jetlag und tropischer Sonne mischten sich nun Gefühle wie: Nervosität – und eine beinahe kindliche Vorfreude. 

Was wird passieren? 

Wie wird Aris reagieren? 

Werden wir erneut Wunder erleben?

 

Es war der Anfang eines neuen Kapitels. Und wir waren bereit, 

es zu schreiben...

Die Delfintherapie

Es beginnt leise. Kein großer Knall. Kein Trommelwirbel. Leise.

Aris berührte Mariska, seine menschliche Therapeutin (Logopädin mit einer unglaublichen Aura von Ruhe), und nahm Kontakt zu ihr auf. Ihre Assistentin Lea, Physiotherapeutin, war stets an ihrer Seite.

Der erste Weg führte Aris und seine menschlichen Therapeutinnen ins Therapiezimmer. Kennenlernen, vorbereiten, umziehen. Und dann war es so weit: Aris würde jetzt seine tierischen Therapeuten kennenlernen. Der erste Gang in Richtung Delfine war für uns alle ein heiliger Moment. Aris, noch schüchtern, aber neugierig, wurde von seinen beiden Therapeutinnen zum Dock gebracht – eine schwimmende Plattformen in der Delfinbucht. Dort warteten nicht nur die Delfine – dort warteten Vertrauen, Begegnung, Entwicklung. Und ein großes Stück Magie, wie sich noch herausstellen sollte.

Insgesamt gibt es fünf Delfine: Nubia, Chabelita, Ritina, Kanoa und Bonnie. Nubia – eine sanfte Seele mit einem Blick, der tiefer ging als das karibische Meer. Es war, als würde sie Aris von Anfang an erkennen. Nicht über das Aussehen, sondern über das Herz. Am Ende war Aris eines der wenigen Kinder, das mit allen fünf Delfinen geschwommen ist – und die Delfine mit ihm. Denn Druck oder Zwang gibt es hier nicht.

Schon nach der ersten Einheit waren wir sprachlos. Aris – unser sonst so spannungsgeladener kleiner Kämpfer – wurde weich. Er lachte. Er entspannte sich. Seine Hände, sonst oft verkrampft, öffneten sich unter Wasser, als wollte er sagen: Ich lasse meine Ängste los. Und dieses Lächeln ... es war kein kurzes Aufblitzen. Es war ein Strahlen, das über den Tag immer wieder zu sehen war.

 

 

 

Therapie heißt hier nicht einfach: Übungen machen. Therapie heißt: Verbindung spüren. Mit den Delfinen, mit seinen Therapeutinnen, mit sich selbst. Zwischen bunten Bällen, Tauchringen und Streicheleinheiten entwickelte sich etwas, das mit Worten kaum greifbar ist.

An einem Tag weinte Aris. Ganz plötzlich. Die Hände krampften, er zog die Beine an und wimmerte. Wir glauben, es war Kanoa, der näherkam und Aris sanft mit der Schnauze berührte. Kein Trainerbefehl, keine Anweisung. Nur Instinkt. Und Liebe. Diese Delfine wissen, wenn etwas in den Kindern arbeitet. Und sie antworten – nicht mit Sprache, sondern mit Nähe.

Täglich wurden kleine Wunder sichtbar. Aris begann, mit Gesten zu antworten. Er zeigte, wenn er etwas wollte – oder nicht. Er übte sich im Nachahmen. Er wurde wacher. Stärker. Selbstbewusster. Und wenn er nach der Therapie aus dem Wasser kam, hatte er diesen besonderen Blick – klar, offen, leuchtend und ziemlich erschöpft...

Zum ersten Mal kann Aris mit uns kommunizieren. Die Delfine, die Therapeutinnen und die besondere Umgebung haben es möglich gemacht, dass Aris über sogenannte Kommunikationskarten – Ja / Nein – deutlich entscheiden, selbst bestimmen kann und sich so mitteilt. Dieser Moment ist kaum in Worte zu fassen – und hat seine Geschwister wie uns tief emotional berührt.

Die Delfine leben in einer anderen Welt als wir, und doch sind sie im CDTC Familienmitglieder. Familie heißt hier nicht nur, die gleiche DNA zu teilen – es geht weit darüber hinaus. Wir sind uns als Familie einig: Wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um Aris weitere Therapien zu ermöglichen. Das Gefühl, nicht allein zu sein mit all den Herausforderungen, und die Hoffnung und das Bestreben von uns und allen anderen, Aris ein besseres Leben zu ermöglichen – das treibt uns an.

Die Delfine gaben Aris neuen Lebensmut und die Kraft, weitere eigene Fähigkeiten zu entdecken.

„Es war der letzte Tag, die letzte Therapieeinheit mit den Delfinen – und alles schien sich in diesem einen Moment zu vereinen. Aris hatte bereits so viel erreicht, und nun standen wir am Rand der Bucht, die Sonne brannte auf der Haut, der Wind trug den salzigen Duft des Ozeans zu uns. Es war ein Moment der Ruhe, der doch so voller Intensität war, weil wir alle wussten: Das hier ist etwas Besonderes.

 

 

 

Kanoa und Ritina – zwei Delfine, die uns während der gesamten Therapiezeit begleitet hatten, zeigten heute ein unglaubliches Schauspiel. Ritina, die verspielte, lebhafte Seele, begann mit ihren typischen Spinnern, sprang aus dem Wasser und drehte sich um ihre eigene Achse, es war, als ob die Zeit für einen Moment stillstand. Kanoa hingegen… Kanoa übertraf alles, was wir je gesehen hatten.

Er sprang. Und sprang. Und sprang. Höher, weiter, schneller – als ob er uns etwas sagen wollte. Aber das war nicht das Einzige. Kanoa hörte nicht auf. Er sprang immer wieder, selbst als Tracy, seine Trainerin, mehrfach das Kommando gab, dass er aufhören solle. Normalerweise hörte er auf, wenn sie es sagte. Doch heute nicht. Heute war alles anders. Kanoa war in einem Rausch, in einem Moment völliger Freiheit. Es war, als ob er die ganze Freude, die ihm in dieser Zeit durch die Therapie geschenkt wurde, in diese Sprünge hineinlegte. Jeder Sprung war wie ein Ausdruck seiner eigenen Stärke, seiner eigenen Erhebung.

Tracy, die erfahrene Trainerin, erklärte uns später, dass sie Kanoa noch nie so erlebt hatte. „Das hat er noch nie gemacht“, sagte sie. Und wir spürten es. Wir spürten, dass es etwas tief in Kanoa war, das heute in dieser Art und Weise zum Vorschein kam. Vielleicht war es das Vertrauen, das er in uns und die Therapie hatte. Vielleicht war es die unbeschreibliche Verbindung zu Aris, die er während der letzten Tage aufgebaut hatte. Oder vielleicht war es einfach der pure, ungebändigte Lebensmut, der in ihm aufbrach.

Dieser Moment, in dem Kanoa nicht aufhörte, zu springen, war mehr als nur eine Erinnerung an eine letzte Therapieeinheit. Wir schauten uns alle an, lächelten, weinten, wir spürten die tiefe Verbindung zwischen den beiden. 

Veränderung ist möglich. Heilung ist möglich. Hoffnung kann in die tiefsten Ecken unserer Herzen dringen und uns Flügel verleihen – ganz gleich, wie unermüdlich das Leben uns fordert.

Kanoa hatte uns gezeigt, was wahre Freiheit bedeutet. Und für uns war dieser Moment – dieser unaufhörliche Sprung – ein Geschenk. Ein Moment, der in uns allen nachhallt.

Ergebnisse - Aussichten

 

 

 

Was bleibt, wenn der letzte Therapietermin vorbei ist? Wenn das Abschiedsfoto mit den Delfinen gemacht wurde, die Flossen das Wasser ein letztes Mal für uns durchpflügen und die Taschen wieder gepackt sind?

Was bleibt, ist so viel mehr, als wir je erhofft hatten.

Aris hat nicht nur Fortschritte gemacht – er hat Meilensteine gesetzt. Zum ersten Mal ist eine Form bewusster Kommunikation möglich. Er entscheidet, was er möchte, und zeigt es über Karten – ein klares Ja oder Nein. Für viele ein kleiner Schritt. Für uns ein Quantensprung. Denn es ist das erste Mal, dass Aris aktiv an der Welt teilnimmt. Dass er gehört wird. Dass wir wissen, was in ihm vorgeht.

Seine Körperspannung hat sich verbessert. Seine Hände sind lockerer, sein Blick ist wacher. Er schläft wieder besser, lacht mehr, zeigt häufiger Emotionen – und wir spüren: Da wächst etwas in ihm, das wir nur begleiten, aber nicht vollständig erklären können.

Im Wasser sehen wir, wie er sich entspannen kann – ein unglaubliches Gefühl. Zum ersten Mal stellt sich Aris ganz eigenständig im Wasser hin. Er steht auf seinen Füßen, spürt den Sand – und strahlt vor Zuversicht. Sein Ausdruck, sein Stolz, hat nicht nur uns tief bewegt. Viele Menschen, die ihn am Strand erlebten, kamen auf uns zu, sichtlich berührt und begeistert.

Aris hat zum ersten Mal selbstständig mit einem Löffel Joghurt in den Mund gebracht, geschmeckt – und geschluckt. Vier weitere Löffel folgten. Seine motorischen Fähigkeiten haben sich so verbessert, dass er mit etwas Unterstützung versucht aufzustehen. Er wird aktiver, kräftiger – und hat an Körpergewicht zugenommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und doch geht es um mehr als Therapieerfolge. Es geht um Würde. Um ein Kind, das mehr und mehr zeigen darf, wer es ist. Und um Eltern, Geschwister, Freunde – die lernen, Aris noch einmal neu zu sehen. Nicht nur durch die Augen der Sorge, sondern durch die Augen der Hoffnung.

Auch das Geschwisterprogramm hat wahre Wunder bewirkt. Aris’ Schwestern, Ofelia (4 Jahre) und Penelope (11 Jahre), haben ihren Bruder aktiv begleitet. Es gab Therapieeinheiten, bei denen sie mitwirkten und ARIS begleitet haben. Das Band zwischen ihnen wurde stärker, und sie feiern Aris’ Erfolge, als wären es eigene. Sie haben erfahren, wie schön es ist, Aris zu unterstützen und sehen in Ihrem Bruder ein selbstbewusstes Kind, ein Kind, das sein eigenes Leben lebt.

Wir sind zutiefst dankbar. Für jeden einzelnen Tag. Für jede Berührung, jedes Lächeln, jede Minute im Wasser. Für das CDTC, das nicht nur ein Therapiezentrum ist, sondern ein Ort des Vertrauens. Für die Delfine, die nicht nur heilen und lindern – auch Herzen öffnen. Und für alle Menschen, die an unserer Seite stehen: durch Spenden, Worte, Gedanken oder ihr stilles Dasein.

Wir wissen, dass der Weg nicht zu Ende ist. Diese Reise ein weiterer Baustein war. Die Wirkung der Diese Delfintherapie hat eine tiefgehende Wirkung – in Aris’ Körper, in seinem Geist, in seiner Seele. Und in uns. Wir Alle waren als Familie noch nie so ergriffen und berührt. 
 

Was bleibt?
Eindrücke – die uns ein Leben lang begleiten werden.
Hoffnung – dass Aris noch viele weitere Ziele erreicht.
Dankbarkeit – dass wir diese Erfahrungen gemeinsam als Familie machen dürfen.

 

NEUE - vielversprechende Therapieansätze, an denen wir mit ARIS intensiv weiterarbeiten werden!

 

Wir blicken nach vorn. Und wir sind bereit, bereit weiterzukämpfen und all die Herausforderungen anzunehmen die auf uns zukommen. Für Aris. Für seine Zukunft. Und für noch viele weitere dieser kleinen, großen Wunder.
 

 

Familie Zeinert
#wirfüraris

 

 

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